Offroadreifen

Allrad- und Geländereifen

Wenn sich ein Geländewagen auf einem aufgeweichten Feldweg trotz Allradantrieb und Differenzialsperre festfährt, so liegt dies fast immer daran, dass keine Offroadreifen montiert wurden. Mit einer normalen Straßenbereifung ist die Geländetauglichkeit derartig eingeschränkt, dass auch die besten Geländewagen in tiefem Matsch aufgeben müssen. Sowohl die allradgetriebenen Limousinen und Kombis als auch die Geländewagen finden ihre hauptsächliche Verwendung auf asphaltierten Straßen. Letztere dienen dabei zum Ziehen schwerer Lasten, die von normalen Pkw nicht bewältigt werden können, oder dürfen. Auf der asphaltierten Straße punktet der Straßenreifen durch bessere Haftung, bessere Kurvenstabilität, höhere Maximalgeschwindigkeit, geringeren Rollwiderstand und geringere Abrollgeräusche.

Abseits der Straßen und befestigten Wege gelangt er dagegen schnell an seine Grenzen.

Reifen

Für SUV-Fahrer mit starken Maschinen ist das recht bitter, denn der vorgeschriebene Geschwindigkeitsindex bei diesen recht schnellen Fahrzeugen erlaubt keine Offroadreifen. Für diese Autos gibt es dafür die SUV-Reifen, die eine flotte und komfortable Autobahnfahrt erlauben und sich dabei in Sachen Geräuschentwicklung sehr zurückhalten. Im Gelände muss der Allradantrieb ebenfalls mit diesen normalen Straßenreifen klarkommen. Alternativ können All Terrain Reifen montiert werden, die auf der Straße zwar deutlich lauter sind, dafür aber sehr gute Geländeeigenschaften haben. Die Auswahl ist leider nicht besonders groß. Insbesondere ab dem Geschwindigkeitsindex H wird es sehr dünn. Hat der SUV richtig Dampf und verlangt nach einem Speedindex W oder Y, bleibt nur noch der Highway Terrain, sprich Straßenreifen. Gleiches gilt für die schnellen Allroad-Kombis. Genau wie auch beim SUV wird ein Straßenfahrzeug versprochen, das auch in nicht allzu schwierigem Gelände eine gute Figur macht. Doch für so schnelle Autos gibt es leider keinen adäquaten Allradreifen, der die Geländetauglichkeit auch umsetzen könnte.

Bei einigen Reifensuchmaschinen scheint man dennoch fündig zu werden. Sucht man dort nach einem 255/55 R18 109Y, so wird ein General Tire Grabber GT als All Terrain Reifen bis 300 km/h angeboten. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Reifen jedoch um einen Straßenreifen oder Highway Terrain Reifen. Echte All Terrain Reifen gibt es in einigen wenigen Größen gerade noch bis zu einem Geschwindigkeitsindex V. Namhafte Reifenhersteller wie Goodyear sucht man in dieser Geschwindigkeitsklasse allerdings vergebens. Wer einen All Terrain Reifen bis 240 km/h sucht, muss sich mit einem Billigreifen zufriedengeben.

Geländereifen und All-Terrain-Reifen

Der klassische Geländewagen ist konzipiert worden, um auch in extremen Geländeverhältnissen noch sicher voranzukommen und um schwere Anhänger ziehen zu können. Entsprechend ist auch deren Getriebe ausgelegt, das den Fahrer auf der Autobahn nicht selten auf die rechte Spur zurück zwingt. Die im Verhältnis zum SUV sehr bescheidene Höchstgeschwindigkeit erlaubt dafür die Montage von Reifen mit niedrigem Geschwindigkeitsindex. Das ermöglicht den Freunden des Offroadfahrens die Montage von reinen Offroadreifen, die durch ein MT für Mud Terrain gekennzeichnet sind. Auf der Autobahn bilden sie zwar das Schlusslicht, doch mit Mud Terrain Reifen ausgestattet haben sie im Gelände deutlich die Nase vorn. Das besonders grobstollige Profil dieser Offroadreifen reinigt sich schnell und sorgt auch im tiefen Matsch dafür, dass sich der Jeep kraftvoll aus dem Morast herauswühlen kann.

Doch nicht jedes Gelände ist gleich. Auf Schotterpisten und ganz besonders in steinigen Bergregionen beißen sich die Reifen leicht die Zähne, oder besser gesagt die Stollen aus. Hierfür gibt es besondere Mud Terrain Reifen, die auch gegen steinige Untergründe resistent sind. Der beste Offroadreifen bringt aber nur die halbe Leistung, wenn er mit zu hohem Reifendruck gefahren wird. Im Gelände sollte der Luftdruck gemäß den Empfehlungen des Fahrzeugherstellers bzw. des Reifenherstellers abgesenkt werden. In der Regel handelt es sich um etwa ein Bar Differenz zwischen dem Straßendruck und dem Geländedruck. Ein Kompressor zur Ergänzung des Drucks nach der Geländefahrt sollte daher stets an Bord sein. Auch der Reservereifen sollte mit einem Offroadreifen bestückt sein, da es mit einem Highway Terrain Reifen ernsthafte Probleme geben kann, wenn ein Reifen im tiefsten Gelände platzt.

Abrollgeräusche

Ob Matsch, Stein, Sand oder Schotter; auf der Straße bringen sich alle Offroadreifen mit extrem lauten Abrollgeräuschen in Erinnerung. Zwar sind die Grenzwerte für die Geräuschentwicklung herabgesetzt worden, sodass nur noch Reifen verkauft werden dürfen, die ein S für Silent tragen, doch ist Silent in diesem Falle mehr als nur relativ. Eine Differenz von etwa sieben dB und mehr im Vergleich zu Highway Terrain Reifen stellt auf langen Strecken eine nicht zu verachtende nervliche Belastung dar. Für längere Fahrten sollte man seinen Ohren und Nerven zuliebe auf Highway Terrain Reifen wechseln.

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