Billigreifen

Noname-Reifen, Haus- und Billigmarken

Beim Reifenpreisvergleich treten, je nach Größe, Preisunterschiede von über 100 Prozent auf, was die Frage aufdrängt, ob es sich wirklich um günstige Reifenangebote, oder um Billigreifen handelt, die selbst den geringen Kaufpreis nicht wert sind. Ein Irrglaube ist, dass alle Reifen das erforderliche Mindestmaß an Sicherheit bieten, da sie ja eine Zulassung erhalten haben. Richtig ist vielmehr, dass die Reifen wohl ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleisten, dem erforderlichen Maß an Sicherheit, welches den Anforderungen gerecht wird, die an einen Reifen im deutschen Straßenverkehr gestellt werden, nicht immer gerecht werden. Trotzdem muss ein Billigreifen nicht zwangsläufig schlecht sein.

Reifen

Ein Paradebeispiel für einen hochwertigen Billigreifen war seinerzeit Hankook. Als der Hersteller von Qualitätsreifen im europäischen Raum noch sehr unbekannt war, eroberte er mit Billigangeboten Marktanteile und konnte so eine breite Masse von den Qualitäten dieses Reifens überzeugen. Inzwischen hat sich die Marke als Qualitätsreifen etabliert und zählt trotz des verhältnismäßig geringen Preises nicht mehr zu den Billigangeboten. Ebenfalls zu den Billigreifen zählen die Hausmarken der Reifengroßhändler. Die Annahme, dass es sich hierbei um minderwertige Reifen handelt, ist oftmals falsch. Nicht selten verbirgt sich hinter der Hausmarke ein Reifen aus dem Hause Continental. Natürlich sind diese Reifen nicht so gut wie ein echter Conti, mit einem Uniroyal oder Semperit, die ebenfalls zum Continentalkonzern gehören, können sie dagegen durchaus konkurrieren.

Billigmarken bekannter Reifenhersteller

Nicht immer garantiert der Mutterkonzern für gute Qualitätsreifen. Neben den bereits genannten Marken gehören neben Barum, Mabor und Matador auch noch Sportiva, General Tire, Euzkadi, Viking und Gislaved zur Continentalgruppe. So unterschiedlich wie die Namen, so unterschiedlich sind auch ihre Qualitäten, was nicht zuletzt an den weniger aufwendig gearbeiteten Karkassen liegt. Besonders heftig wird der Qualitätsunterschied in der Goodyear-Dunlop-Gruppe. Während beide Marken für Premiumreifen bester Qualität stehen, sind bei den zum Konzern gehörenden Billigmarken Sava und Debica deutliche Abstriche in Kauf zu nehmen und auch der Fulda verdient sich auf schweren Fahrzeugen keine Auszeichnungen.

Zu guter Letzt der Autoreifen, der einem bei dem Begriff Billigreifen als Erstes einfallen dürfte. Gemeint ist der Runderneuerte. TÜV-geprüft und mit dem Profil eines Premiumreifens versehen verspricht er einen Gütelevel, den er nicht einmal ansatzweise erreicht. Gummimischung und Profilmuster sind wohl für den Grip verantwortlich, der Federungskomfort, die Spurtreue und die Kurvenstabilität dagegen werden von dem unsichtbaren Reifenaufbau, der Reifenkarkasse bestimmt. Die beste Lauffläche ist somit nicht einmal die Hälfte wert, wenn sie auf die Karkasse eines Billigreifens vulkanisiert wird. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei den runderneuerten Reifen lediglich um Reifen mit einer neuen Lauffläche handelt. Die gebrauchte Karkasse dagegen hat am Lebensende der Runderneuerten in etwa die doppelte Laufleistung wie die eines neuen Billigreifens und macht sich mit den altersbedingten Ermüdungserscheinungen negativ bemerkbar.

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